Wehe, wenn er wütet

Wehe, wenn er wütet

Donald Trump
Donnerstag, 12.07.2018   10:18 Uhr Es dauerte nur gut einen Tag, bis einer der größten Konzerne Amerikas klein beigab. Der Pharmahersteller Pfizer teilte mit, man habe es sich anders überlegt und nehme die zuvor erklärten Preiserhöhungen für Medikamente zurück. Vorstandschef Ian Read lieferte die Erklärung gleich mit: "eine ausführliche Diskussion mit Präsident Donald Trump heute".
Tatsächlich war es wohl weniger das längliche Gespräch als ein kurzer Tweet Trumps, der die Kehrtwende des Pharmagiganten erzwang. "Pfizer und andere sollten sich schämen, dass sie ohne Grund die Arzneimittelpreise erhöht haben", hatte Trump getwittert und gedroht: "Wir werden darauf antworten."Für den US-Präsidenten sind die Unternehmen seines Landes Instrumente seiner Politik - und nicht selten auch Objekte seiner persönlichen Fehden. Trump hält sich für denjenigen, der auf dem großen Spielfeld des Kapitalismus über Gewinner und Verlierer entscheidet, und er nimmt sich heraus, die Figuren auf dem Brett nach Belieben zu verschieben.Wirtschaft statt WirtschaftspolitikIm Weißen Haus wird heute Wirtschaft statt Wirtschaftspolitik gemacht. .


Wer nicht spurt, bekommt die ungezähmte Wut des Präsidenten zu spüren. Egal, ob Kleinunternehmer oder Börsenkonzern.
So wie Pfizer-Chef Reid konnten alle Manager in ihren Vorstandsetagen live mitverfolgen, wie es jemandem ergeht, der nach der Gewinn-und-Verlust-Rechnung anstelle von Trumps Wünschen entscheidet.Seit Harley-Davidson angekündigt hat, infolge des Handelskriegs Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern, überzieht Trump den Motorradbauer mit einer Twitter-Tirade, die in einem unverhohlenen Boykottaufruf gipfelte. Der Präsident, der sich nach dem Amtsantritt im Garten des Weißen Hauses vor einer Phalanx von schwarzen Harley-Maschinen ablichten ließ, bot nun der ausländischen Konkurrenz seine Hilfe an. "Die Administration arbeitet mit anderen Motorradherstellern, die in die USA kommen wollen."Video: Trump wettert gegen Harley-Davidson Wie gefährlich ein präsidialer Bannstrahl in der hochpolitisierten Gesellschaft der USA ist, hat ein kleines Restaurant in Virginia erfahren. .

Schreibe einen Kommentar

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *